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Jubiläumslauf in Köthel

Es ist Samstag der 13.Mai und zum 13. Mal lud die Hermann Jülich Werkgemeinschaft, die seelenpflegebedürftigen Erwachsenen eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft bietet, zu ihren allseits beliebten Laufwettbewerben nach Köthel im Hzgt. Lauenburg ein.

Ein frühlingshaft warmer Tag lockt zahlreiche Aktivisten und Zuschauer nach Köthel, so dass bereits vor 1000 Uhr die Parkwiesen mit Fahrzeugen dichtgestellt sind. Rot-weiße Flatterbänder markieren die Bewegungsräume. Rhythmisch heitere Lateinamerikanische Salsaklänge aus den Lautsprechern lassen mich beschwingt den Hermann Jülich Campus betreten. Zahlreiche Gruppen und Grüppchen, erkennbar am Laufoutfit, bereiten sich mental auf ihren Auftritt vor. Auffallend die grünen Hermann Jülich T-Shirts allerorts.

Die Besonderheit dieser Veranstaltung besteht darin, dass Menschen mit Handicap (70 Personen) mit unbeeinträchtigten Menschen zusammen sich der gleichen sportlichen Herausforderung stellen. Neben den angebotenen Laufveranstaltungen haben sich die Veranstalter ein umfangreiches Nebenprogramm einfallen lassen: Spiele, Ratespiele, Basteln für Kinder, Reiten für Groß und Klein, Fußball ja sogar Führung durch Haus und Hof gehören dazu. Übrigens: die Hermann Jülich Werkgemeinschaft kann in diesem Jahr ihr 40 jähriges Jubiläum feiern. Gratulation und alles Gute weiterhin.

Zwischenzeitlich verlassen in eindrucksvoller Menge Gemüse.- und Zierpflanzen die Gewächshäuser und wandern mit ihren neuen Besitzern, wie in einer großen Prozession, die Straße entlang in Richtung Parkplatz.

Jetzt geht’s für die Laufteilnehmer auf den Vorplatz zum Aufwärmen. Hier bringt Inken, eine sportlich bewegte Zumba Queen aus Hamburg, ein echter Hingucker, die Menge in zuckend wallende Bewegung. Marco Grosser, der auch hier mit musikalisch versierter Hand die Tonregie führt, steuert seinen Teil zum Fitmachen der Muskulatur bei. Schulterbereich, Beinbereich, nichts wird vergessen.

 

Ab 1100 Uhr geht’s Schlag auf Schlag. Timm Peters, Bürgermeister von Köthel/ Lauenburg, lotst per Microphon die Bambini (Kinder vor der Einschulung) an die Startlinie zum 600 Meter Lauf. Die Spannung steht in den Gesichter der „Kleinen“ geschrieben. Aufs Startsignal hin stürzt das Feld los. Nach sagenhaften 3,8 Min. ist Lona Kehl als Erste zurück, dicht gefolgt von Erik Tieken.

1115Uhr werden die Schülerinnen und Schüler von Timm auf die 2000 Meter Strecke geschickt, 59 an der Zahl. Zahlreiche Helferinnen und Helfer sorgen auch hier umsichtig für einen gelungenen Start. 8,52 Min. dauert es bis Malte Sievers als erster die Ziellinie kreuzt, dicht gefolgt von Aljoscha Schreiber (8,54 Min.). Greta und Marlene Weyrauch sind die schnellsten Mädchen in dieser Gruppe.

 

Um 1140 Uhr geht’s um 10 km Wald- und Wiesenstrecke. An der Startlinie drängeln sich vor allem sehr ernst blickende junge Männer, zu allem entschlossen. 75 Teilnehmer stellen sich dieser Herausforderung. Auch die schickt Timm mit gewohnter Abgeklärtheit in die „Walachei“. Andreas Vetter ist mit gut 38 Min als Sieger zurück. 2 Min. später trifft Bujar Ahmeti ein. Als erste Frau überquert Carina Nienhaus aus Lübeck die Ziellinie, getragen vom kräftigen Applaus der Zuschauer.

 

1145 Uhr queren 153 Laufbegeisterte, das zahlenmäßig stärkste Feld, die Startlinie, um 5 km Botanikstrecke hinter sich zu bringen. Nach gut 18 Min. kehrt Tesfit Gebrihiwet zurück, gefolgt von Guido Drissen, der kurioser Weise unter dem Label „Die Dicken Kinder von Kron“ gemeldet ist. Da muss wohl einiges an Pfunden auf der Strecke geblieben sein.

Mit gut 20 Min. kommt Nadja Lellau von der Koetheler Laufgruppe als 6. des Gesamtfeldes und erste Frau nur 2 Min. später ins Ziel. Respekt!

1150 Uhr. Jetzt wird ein wahrlich buntes und total entspanntes Feld gestartet über 2000 und 5000m Walking. Hoffentlich verpassen die nicht ihren Einsatz. Tun sie nicht, Timm sei’s gedankt. Da jetzt ein sommerlicher Sonnenhimmel die Szene beleuchtet, fließt auch bei den Walkern viel Schweiß. Bei den 5000m Walkern kommt Lisa Hofmann nach gut 40 Min. ins Ziel, gefolgt von Hans Jürgen Ludwig. Als 2. Frau des Feldes stratzt Monika Jannsen noch ganz schön locker ins Ziel.

Die 2000m Strecken beenden Maximilian und Sabine Brahmen als Erste.

Zusammenfassend kann man feststellen: die Laufaktivisten hatten Ehrgeiz und auch Freude an der körperlichen und mentalen Herausforderung,

die Organisatoren sorgten unaufgeregt, souverän und im besten Sinne routiniert für den reibungslosen Ablauf der Wettbewerbe,

die Zuschauer trugen durch ihre lautstarke Begeisterung und Aufmunterungen zur Mobilisierung ungeahnter Spurtreserven und guter Stimmung im Zielbereich bei.

Es folgte die Siegerehrung.

Anschließend streute das Füllhorn der Tombola Tees, Brennholz, Holzspiele, Anhänger, Skizzenblöcke und andere Herrlichkeiten unter Erwählte aus, derweil das Publikum sich an den Köstlichkeiten der kulinarischen Angebote ergötzte.

Die Folk Rock Gruppe um Roland Prakke sorgte für den musikalischen Ausklang einer rundum gelungenen Veranstaltung. Selbst der Himmel beließ es am Nachmittag mit hochauftürmenden Wolkengebilden bei einer Drohgebärde und hielt dicht.

Im nächsten Jahr werden die Veranstalter mit noch höheren Meldezahlen rechnen müssen, ganz sicher.

Verfasst von Boy Bendixen

21.05.2017