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„Come on Köthel“

 

Dorffest Köthel 2018. Der Abend, als in Köthel die Platte bebt im großen Festzelt hinter dem Feuerwehrhaus.

Was ist geschehen?

Stefan Gwildis mit Band hat den Weg nach Köthel gefunden, Stefan Gwildis, der gewöhnlich größere, prominentere Räume füllt und bespielt wie den Hamburger Stadtpark, die Elbphilharmonie, die MuK etc.

Hat dem Mann denn keiner gesagt, dass es sich hier um ein Dorffest handelt?

Einem Freundschaftsbeweis an Heinz Canibol, langjähriger Berater, Förderer und Geschäftspartner dieser Band, verdankt Köthel dieses einmalige musikalische Erlebnis.

Los geht’s: „Schiffe gucken, Poller hocken, Schnauze halten“, schon hat er die Besucher eingefangen. Sie singen ungehemmt mit. Die Stimmung pegelt hoch.

„Sie ist soo süüß, oh, wow, wow ooh…“ haucht er ins Micro.

Dann Zugriff ins Publikum im Sprechgesang, „wie heißt Du, Bruder? Wer bist Du, Schwester?“ So erfahren wir, dass Bruder Marcus aus Großensee, der später das Schweißtuch des Meisters erben wird, Schwester Heike aus Koberg, wie auch Schwester Sabine aus Hamfelde unter uns weilen.

„ Zu Dir…“ begleitet von einem fulminanten Saxophon Solo, musikalische Freude pur!

Mit „Mach die Musik so laut Du kannst“ legt er stimmungsmäßig nach.

Ich muss es hier mal festhalten: welch eine begnadete „ Rampensau“!

„ Die ganze Gemeinde kann sich wieder setzen, ich werde Euch schon wieder hoch peitschen“ Das Versprechen wird er einlösen.

Die Zuhörer erfahren immer wieder etwas über die Entstehungshintergründe der Stücke. So verdankt „NÖ“ einem exzessiven Gin-Tonic Abend in der Sylter Sansibar seine Entstehung, als eine Hamburgische Perlen Ketten Schnatze sich über die Sturheit ihres nordfriesischen Nachbarn beschwert, der sich ihrem vehementen Kaufwunsch seiner Wiese mit einem trockenen „NÖ“ widersetzt.

Das Stück, fetzig vorgetragen, mit der diebischen Freude dessen, der es sich leistet klarzustellen, dass Geld nicht alles vermag. Danach setzt das Kötheler Publikum laut vernehmlich auf „NÖ“.

Durch „Mit Feuer und Leidenschaft…“ löst Stefan Gwildis sein vormaliges Versprechen ein. Nur wenige hält es noch auf den Sitzen.

„Come on, Köthel“ und Köthel kommt und wie. Es wogt und wiegt sich zu Klängen brasilianisch sambainspirierter Instrumentalmusik, bei der Schlagzeugsolo und Rhythmuseinsatz aller Bandmitglieder wie ein Zündsatz wirken.

Publikum und Musikgruppe beziehen sich fast symbiotisch aufeinander, so dass sich die Musiker zur großen Freude zu mehreren Zugaben hinreißen lassen, darunter, Otis Redding in memoriam „sittin´ on the docks of the bay“ auf gut hamburgisch vorgetragen.

Am Schluss steht der Titel „ Du bist so wundervoll „ und der passt für Musiker wie fürs Publikum an diesem einmaligen Abend.

Nun steht eine schier unlösbare Aufgabe bevor. Wie kann nach so einem musikalischen Hochamt verhindert werden, dass stimmungsmäßig der Blutdruck in den Keller sackt? Dieses Verdienst kommt Marco Grosser zu, der durch eine geschickte Musikauswahl den „ Motor „ am Laufen hält, so dass sich bald viele Tänzerinnen und Tänzer vorne einfinden. So geht es noch fröhlich lange weiter in die Nacht.

Dieses großartige Fest wäre nie zustande gekommen ohne den selbstlosen und umsichtigen Einsatz ihrer Organisatoren und Helfer. Statt einer Namensaufzählung, an dieser Stelle ein Gruppenbild, womit wahrscheinlich auch nicht alle erfasst sind, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Sie mögen sich hier auch angesprochen fühlen.

Was wäre die Tombola ohne unseren launigsten Lauenburger Timm mit seiner Glücksfee Silke aus Stormarn? Wer das Talent hat schlichtes Stubengrün so blumig unter die Leute zu bringen, könnte ein ganz Großer auf dem Hamburger Fischmarkt sein.

Ein ganz großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieses wunderbaren Festes beigetragen haben.

Boy Bendixen

06.09.2018